Deutsches Bündnis gegen Depression

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Nach der Geburt
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Nach der Geburt


Depressionen treten über die gesamte Lebensspanne auf, auch in Lebensphasen, die wir spontan mit viel Freude, Glück und Lebenslust verbinden. Die Zeit nach der Geburt eines Kindes ist für eine Frau ein solcher Lebensabschnitt. Sehr viele Mütter erleben in den ersten Tagen nach der Entbindung eine kurze Phase, in der sie besonders reizbar, ängstlich, nervös und traurig sind. Dieser „baby blues“ klingt nach kurzer Zeit ohne Behandlung wieder ab. Wenn die depressiven Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten kann sich eine ernstzunehmende Erkrankung mit potenziell schweren Folgen für Mutter, Kind und oft auch die ganze Familie entwickeln: eine Postpartale Depression. Die Postpartale Depression ist eine häufig auftretende psychische Erkrankung nach der Geburt, die professionell behandelt werden muss und auch gut behandelbar ist.


Übersicht

Baby Blues
Postpartale Depression
Häufigkeit und Ursachen
Behandlung
Aufklärung
Literatur und Links zum Thema Postpartale Depression 
Aktuelle Veranstaltungen zum Thema

***


Baby Blues

25-50% aller Mütter zeigen im Laufe der ersten Woche nach der Entbindung Symptome des so genannten „Baby blues“, einer kurz dauernden depressiven Verstimmung. Die Freude über das Kind wird u.a. von Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Traurigkeit und häufigem Weinen sowie Schlaf- und Ruhelosigkeit begleitet. Bei den allermeisten Frauen entsteht dieses Stimmungstief zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt, dauert nur einige Stunden oder Tage an und klingt dann ohne Behandlung wieder ab.
Erst wenn die depressive Symptomatik länger andauert, handelt es sich um eine ernsthafte Wochenbettdepression, eine postpartale Depression.

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Postpartale Depression

Als postpartale Depression werden im Allgemeinen alle schwereren, länger andauernden und behandlungsbedürftigen depressiven Erkrankungen im ersten Jahr nach einer Entbindung bezeichnet.


Symptome

Die Symptome unterscheiden sich nicht von depressiven Störungsbildern, die unabhängig von der Geburt eines Kindes auftreten. Es kommen jedoch weitere Symptome hinzu:

  • starke emotionale Labilität
  • Unfähigkeit, warme Gefühle für das eigene Kind zu entwickeln
  • übermäßige Angst und Sorge um das Wohlergehen des Kindes
  • unrealistische Gedanken und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten als Mutter: „mein Baby mag mich nicht“, „ich bin eine schlechte Mutter“, „ich kann mein Kind nicht versorgen“

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Häufigkeit

Die Prävalenzrate liegt für die ersten 12 Wochen nach der Geburt bei ca. 6%, für den Zeitraum eines Jahres bei 5-10%. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben Frauen, die bereits zu verschiedenen Zeiten ihres Lebens unter depressiven Verstimmungen gelitten haben, und Frauen, die in der ersten Woche nach der Geburt starke depressive Symptomatik zeigen.


Ursachen

Zahlreiche körperliche, psychische, soziale und gesellschaftliche Faktoren wirken bei der Entstehung einer postpartalen Depression zusammen:

  • Körperliche Ursachen können Schwangerschaftskomplikationen, hormonelle Veränderungen nach der Geburt, biochemische Veränderungen durch schlaflose Nächte oder auch genetische Einflüsse sein.
  • Psychische Faktoren können u.a. ein traumatisches Geburtserlebnis, Schwierigkeiten beim Stillen, starke Veränderungen des eigenen Lebensrhythmus, der eigenen Identität und persönliche Einschränkungen sein.
  • Soziale Faktoren können die (veränderte) Beziehung zum Partner und zu Angehörigen und deren Maß an Unterstützung sowie die Neufindung der Rolle als Mutter sein.
    Gesellschaftliche Faktoren sind z.B. ein verklärtes Mutter-Image (stets liebevolle Mutter) und die Ausklammerung der Schattenseiten der Mutterrolle in der Öffentlichkeit.

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Behandlung

Die Behandlung depressiver Störungen nach einer Entbindung ist abhängig von Ausprägung und Schweregrad:
Beim Baby Blues genügt die Information von Müttern und Angehörigen über Symptome, Häufigkeit, Ursachen und Schweregrade der depressiven Symptomatik nach der Geburt, zudem der Hinweis, dass die Betroffene der Unterstützung durch Angehörige bedarf, die Verstimmung aber ohne professionelle Therapie vorübergeht.

Postpartale Depressionen können unbehandelt schwere Langzeitfolgen sowohl für die Mutter als auch für das Kind und die ganze Familie haben. Sofortige professionelle Hilfe ist daher absolut notwendig. Die postpartale Depression ist gut behandelbar: In Abhängigkeit von der Symptomatik bietet sich eine kombinierte psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung an.

  • Die medikamentöse Behandlung führt am schnellsten zu einer Besserung der Beschwerden, z.B. Schlafstörungen, Angst und Unruhe. Somit hilft sie, die Energie für die Bewältigung des Arbeitsalltages wieder zu finden, u.a. durch schlaffördernde Wirkung. In enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt werden mögliche Medikamente und eventuelle Nebenwirkungen für Mutter und Kind besprochen.
  • Ziel psychotherapeutischer Maßnahmen ist die Bewältigung der Krankheitssymptome durch Aufklärung über die Erkrankung, das Erlernen des Umgangs mit Symptomen, die Einstellung auf die neue Situation in Familie und Beruf und die Etablierung einer guten Mutter-Kind-Beziehung. Dabei ist der Einbezug des Partners und weiterer Angehöriger unbedingt notwendig, um familiäre und partnerschaftliche Konflikte zu bearbeiten und Chancen der Entlastung zu besprechen. Therapeutisch wirksame Alternativen zu antidepressiver Medikation sind bei Müttern mit postpartaler Depression von besonderer Wichtigkeit, weil sie Medikamente wegen des Stillens (die meisten Medikamente treten in die Muttermilch über) oder aus anderen Gründen häufig ablehnen.
  • In manchen Fällen ist es hilfreich, eine Hebamme, Gemeindepflegerin, Sozialarbeiterin und verschiedene andere Betreuungsdienste einzubeziehen.
  • In Mütter- und Selbsthilfegruppen können Bewältigungsstrategien für Stressoren und Konflikte besprochen und geübt werden. Zudem werden Informationen zu Entwicklungsschritten des Kindes vermittelt, was der Mutter Sicherheit gibt. Vorteil gruppentherapeutischer Interventionen ist der Anstoß zum Aufbau sozialer Kontakte.
  • In einigen Fällen ist auch ein Klinikaufenthalt angezeigt, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. An einigen psychiatrischen Krankenhäusern gibt es spezielle Mutter-Kind-Abteilungen, in denen das Kind zusammen mit der Mutter aufgenommen werden kann.

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Aufklärung

Obwohl die postpartale Depression gut behandelbar ist suchen viele betroffene Frauen keine professionelle Hilfe. Zum einen besteht die Gefahr, dass Mütter und Angehörige insbesondere die körperlichen Symptome der postpartalen Depression (Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, vermindertes sexuelles Interesse) als normale Erschöpfungsreaktion auf die Geburt und Pflege des Kindes wahrnehmen und nicht als behandlungsbedürftig ansehen. Zum zweiten führen einige Symptome (insbesondere die sich aufdrängenden Gedanken und die empfundene Gefühllosigkeit gegenüber dem Kind) häufig zu Scham und Schuldgefühlen bei der Mutter. Die betroffene Frau hat Angst „selbst schuld“ und eine „schlechte Mutter“ zu sein und traut sich nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. In beiden Fällen suchen die Betroffenen keine Hilfe, die Depression bleibt unerkannt und unbehandelt, so dass sich die Krankheitsphase verlängert.

Notwendig ist eine Aufklärung über die Erkrankung, auch zur Entlastung von Schuldgefühlen. Es ist von größter Bedeutung für den Verlauf der Krankheit, dass sowohl die Mutter als auch ihre Familie verstehen, dass es sich hier um eine behandelbare Erkrankung handelt.

Die Wochenbettdepression ist kein persönliches Versagen und kein Zeichen dafür, dass eine Frau eine schlechte Mutter ist oder ihr Kind nicht genügend liebt. Es ist eine Krankheit, die behandelt werden kann. Im Interesse der Mutter und des Kindes sollte unbedingt Hilfe geholt werden.

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Flyer "Postpartale Depression" des Nürnberger Bündnisses gegen Depression

Flyer "Krise und Depression nach der Geburt" des Leipziger Bündnisses gegen Depression


Artikel zum Thema Postpartale Depression

Postnatale Depression: Antworten auf die wichtigsten Fragen (Stern, 2015)

Depression nach der Geburt (Nürnberger Zeitung, 2004)



Links und Literatur zur Postpartalen Depression

  • Hier finden Sie eine bundesweite Liste mit Kliniken, in der auch spezielle Mutter-Kind-Stationen aufgeführt sind
  • Unter http://www.schatten-und-licht.de/ finden Sie Kontaktlisten, Informationen zur Selbsthilfe, Listen von Fachleuten zum Thema, einen Fragebogen zur PPD-Selbsteinschätzung und Fachliteratur.
  • Die Marcé-Gesellschaft bietet unter http://www.marce-gesellschaft.de/ eine Adressliste von Aufnahmestellen bei postpartalen psychischen Erkrankungen, Literaturtipps und weitere Links.
  • Unter http://www.mutter-kind-behandlung.de/ gibt es Informationen zu postpartalen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten.
  • http://www.postpartum.net/ bietet Informationen zu postpartalen Erkrankungen auf Englisch.
  • Hesse, Andrea M. (2005). Wendepunkte - wie Frauen aus der Depression finden, Herder Spektrum, Freiburg.
  • Rosen L.E., Amador X.F. (2002). Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist. Wie man Angehörigen oder Freunden hilft. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek.
  • Rohde, Anke (2004).  Rund um die Geburt eines Kindes: Depressionen, Ängste und psychische Probleme - Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und ihr soziales Umfeld, Kohlhammer, Stuttgart.


Informationen und Hilfe bekommen Sie außerdem von:
- Niedergelassenen Ärzten/innen
- Niedergelassenen Psychotherapeuten/innen
- Hebammen
- Beratungsstellen
- Ambulanten Krisendiensten

Sie liebt ihr Kind


 Aktuelle Veranstaltungen


Aktuelle Veranstaltungen zum Schwerpunkt

 

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