Deutsches Bündnis gegen Depression

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Paderborn


Das Paderborner Bündnis gegen Depression e.V. hat sich seit dem 16. September 2008 in Paderborn etabliert.

 

 

Es hat durch Veranstaltungen, Vorträge und gezielte Hilfen

für Betroffene und Angehörige durch Aufklärung und Informationen dazu beigetragen, die Krankheit Depression ins Blickfeld zu rücken und aufgezeigt, dass die Krankheit jeden treffen kann und behandelbar ist.

Verschiedene Institutionen aus der Region, aber auch Ärzte und Betroffenenvertreter haben sich zusammengeschlossen, um in der Stadt und im Kreis Paderborn die Versorgungssituation depressiv Erkrankter zu verbessern.



Eine Übersicht der aktuellen Fortbildungsveranstaltungen des „Paderborner Bündnisses gegen Depression e.V.“ finden Sie hier.



Arbeitslosigkeit kann zu Depression führen


Kreis Paderborn - Die Krankheit hat viele Gesichter und ist deshalb nur schwer zu diagnostizieren. In der Praxis werden Depressionen deshalb immer noch zu selten erkannt und behandelt.

Professor Dr. Michael Schifferdecker,
ärztlicher Direktor des Fliedner Krankenhauses Ratingen, präsentierte im Paderborner Kreishaus alarmierende Zahlen: In Deutschland leidet etwa jeder 20. an einer depressiven Erkrankung. Etwa jede 4. Frau und jeder 8. Mann muss im Laufe seines Lebens damit rechnen, an einer Depression zu erkranken. Im Kreis Paderborn sind aktuell geschätzte 15.000 Menschen betroffen.



Schifferdecker stellte im Kreishaus einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Arbeitslosigkeit her, den er durch Zahlen untermauern konnte. So belegen Untersuchungen und Studien, dass arbeitslose Menschen häufiger erkranken, öfter stationär behandelt werden, mehr Psychopharmaka nehmen müssen und sogar ihre Lebenserwartung sinkt. Eingeladen zum Vortrag hatte das Paderborner Bündnis gegen Depressionen unter Vorsitz von Dr. Bernward Vieten.

Depressionen sind seit Jahren auf dem Vormarsch. Betroffen sind alle Altersgruppen. Laut einer aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung sind psychische Krankheiten mit 37,7% führend bei den Ursachen von Frühverrentung. Landrat Manfred Müller bestätigte in seinem Grußwort, dass dieser Trend auch im Gesundheitsamt des Kreises durch die Begutachtungstätigkeit im Rahmen von Dienstfähigkeitsuntersuchungen und Untersuchungen für das Jobcenter zur Frage der Erwerbsfähigkeit von Arbeitern und Angestellten erkennbar sei. „Über unsere Begutachtungen mit ihren sozialmedizinischen Empfehlungen tragen wir mit dazu bei, dass für Menschen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere auch mit Depressionen, die richtigen Weichen gestellt bzw. die richtigen Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden“, erklärte Müller.

Bleiben depressive Erkrankungen unbehandelt, hat das fatale Folgen: Ein großer Anteil von Suiziden ist auf schwere Depressionen zurück zu führen. Damit gibt es mehr Selbsttötungen als Todesfälle durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch, Mord und Aids zusammen.

Schifferdecker beleuchtete in seinem Vortrag, warum arbeitslose Menschen gefährdeter seien. Da sei die Angst vor sozialem Abstieg, Angst vor Veränderungen, Angst, dass das „berufliche Scheitern“ im Bekanntenkreis thematisiert werden könnte. Langzeiterwerbslosigkeit gehe einher mit dem Verlust des Selbstwertgefühls, der materiellen Sicherheit. Hoffnungslosigkeit mache sich breit. 27 Prozent der Langzeitarbeitslosen schafften ihren Alltag nur noch mit Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungstabletten. Zum persönlichen Leiden der Betroffenen komme ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden hinzu. Krankenkassen seien eigentlich gesetzlich verpflichtet, hier präventiv tätig zu werden. „Ich bin erstaunt über die geringen Investitionen für Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen“, so Schifferdecker. Im Hinblick auf die extrem steigenden volkswirtschaftlichen Kosten, die in diesem Bereich entstünden, bestehe dringender Handlungsbedarf. Dazu seien sowohl ein gesellschaftliches Umdenken als auch ressortübergreifendes Denken, Kooperation und Verantwortungsübernahme von Bundesagentur, Jobcenter, Kommune und den Krankenkassen erforderlich, so Schifferdecker abschließend.




Paderborner Vorstand in neuer Zusammensetzung

     


von links nach rechts:

Beisitzender des Vorstands: Herr Dr. Hans Ludwig Graefe, niedergelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Stellvertretender Vorsitzender: Herr Dr. Gerd Kötschau, Chefarzt der Klinik Martinusquelle Fachklinik für Psychosomatik Bad Lippspringe
Schriftführerin: Frau Gabriele Hajok, Diplom Psychologin
1.Vorsitzender: Herr PD Dr. Bernward Vieten, Ärztlicher Direktor der LWL - Klinik Paderborn
Beisitzende des Vorstands Frau Iris Pape, Volkshochschule Paderborn
Frau Margot Becker, Kreis Paderborn, Gesundheitsamt
Frau Renate Linn, Selbsthilfe- Kontaktstelle Paderborn


Kontakt:

Geschäftsstelle

c/o LWL-Klinik Paderborn

Agathastr. 1

33098 Paderborn

 

Ansprechpartnerin:

Elisabeth Meyer

E-Mail: elisabeth.meyer@wkp-lwl.org

Telefon: 05251 5067780

Montag bis Freitag 8-9 Uhr

Sie möchten unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen?
Sie können mit einer Spende einen wichtigen Beitrag für die Aufklärungsarbeit zu Depression und somit dem Abbau von Vorurteilen gegenüber dieser Krankheit leisten. Wir freuen uns über Unterstützung in jeglicher Höhe – auch kleine Beträge sind eine große Hilfe!

Spendenkonto:
Sparkasse Paderborn
Kontonummer:102 97 84
Bankleitzahl: 472 501 01


Wenn Sie in einer der Arbeitsgruppen des Paderborner Bündnisses mitarbeiten wollen,

rufen Sie uns an:


- AG Öffentlichkeitsarbeit -

Ansprechpartnerin: Margot Becker

Tel.: 05251-  308 288


- AG Fortbildung/Schulung -

Ansprechpartnerin: Hildegard Harmeier
Tel.: 0170 – 733 25 33


- AG Selbsthilfe/Angebote für Betroffene und Angehörige -

Ansprechpartnerin: Renate Linn

Tel.: 05251- 878 2960

 

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